Regisseurin Jelena Ilićnn hat ihre eigene Familiengeschichte verfilmt und daraus einen Dokumentarfilm über Psychosen, Kunst, umgekehrte Eltern-Kind-Rollen und eine unzerbrechliche Liebe gemacht.
Kinostart ist am 8. Oktober 2026. Teilweise wird die Regisseurin auch für Gespräche dabei sein. Alle Termine sind hier zu finden.
Eckdaten: Deutschland 2026 | 85 Minuten | Regie: Jelena Ilić | Mit Sladjana Ilić, Detlef Kissel, Jelena Ilić | Verleih: mindjazz pictures | Mehrfacher Publikumspreisgewinner
Wenn ein Elternteil an schizo-affektiven Psychosen leidet, ist das für Kinder oft mit einer Mischung aus Angst vor und um den Elternteil, Ohnmacht und Scham verbunden. Umso wichtiger ist es, dass betroffene Familien ein Gesicht bekommen, sichtbar werden. Der neue Dokumentarfilm „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ geht genau diesen Schritt. Die Regisseurin setzt sich in ihrem Werk intensiv und hautnah mit den schizo-affektiven Psychosen ihres Vaters Detlef Kissel auseinander.
Zwischen Klinik, Scham und ehrlicher Liebe
Die Psychosen reißen den Vater aus der Realität, Klinikaufenthalte holen ihn zurück, danach folgt die depressive Scham. Jelena Ilić zeigt auch, dass ihr Vater während seiner Psychosen unberechenbar war und Gewalt auch im familiären Umfeld auslebte. Sie verurteilt diese Taten zutiefst und bleibt doch an seiner Seite. Für sie ist er nicht nur ein erkrankter Täter, sondern auch ein Mensch, den sie liebt, und ein Künstler, den sie bewundert.
„Er kämpft gegen sich selbst, gegen seine Krankheit und gegen ein System. Und ich an seiner Seite.“
Jelena Ilić, Regisseurin & Tochter
Kunst als gemeinsame Sprache
Der Film zeigt auch, wie Vater und Tochter einen gemeinsamen Weg finden, mit der Erkrankung umzugehen. Detlef Kissel hält die Welt seiner Psychosen in kraftvollen Fotografien, Malereien und Skulpturen fest. Auch die Vater-Tochter-Beziehung findet ihren Ausdruck in der Kunst. Gemeinsam entwickeln sie ein Comicbuch, dessen Seiten sie abwechselnd mit Zeichnungen füllen.