Psychobiotika – Probiotika könnten sich positiv auf Depressionen und Angststörungen auswirken

Störungen der „Darm-Hirn-Achse“ können an der Entstehung von neurologischen und psychischen Erkrankungen beteiligt sein. Präklinische und klinische Studien weisen darauf hin, dass Probiotika eine Modulation der Darmmikrobiota induzieren und sich günstig auf psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen auswirken können – Darmbakterien könnten also unsere psychische Gesundheit beeinflussen.

Der menschliche Darm mit seiner komplexen mikrobiellen Lebensgemeinschaft ist verstärkt ins Forschungsfeld der Neurowissenschaften gerückt. Aktuelle Studien zeigten, dass der Darm und die im Darm lebenden Mikroorganismen, die sogenannte Darmmikrobiota, bidirektional mit dem zentralen Nervensystem (ZNS) kommunizieren und hierdurch Gehirnfunktionen und Verhalten beeinflussen können. Störungen dieses Kommunikationssystems, welches auch als „Darm-Hirn-Achse“ bezeichnet wird, können an der Entstehung von neurologischen und psychischen Erkrankungen beteiligt sein.

Präklinische und klinische Studien weisen darauf hin, dass der Einsatz von Probiotika eine Modulation der Darmmikrobiota induziert und sich günstig auf besagte Erkrankungen auswirken kann. Durch die Aufklärung der zugrundeliegenden Mechanismen und mittels weiterer klinischer Studien könnten Probiotika möglicherweise in naher Zukunft als neuer Lösungsansatz zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen in Betracht gezogen werden – die sogenannten „Psychobiotika“.

Quelle: Ernährungsumschaus vom 29.03.2021

Wie Darmbakterien also unsere psychische Gesundheit beeinflussen können, erläutern Hanna Huber, Rieke Sproten und Junior Professorin Dr. Marie-Christine Simon von der Universität Bonn in der Märzausgabe der Ernährungsumschau.